Deutschlandpokal Achtelfinale
Hochkonzentriert und stark motiviert betraten am Samstagmittag 16 Schachspieler aus den Vereinen SG Köln Porz, SC Tempo Göttingen, SK Heidelberg-Handschuhsheim sowie der SG Blau-Weiß Stadtilm pünktlich 13.45 Uhr den Rathaussaal Stadtilms, um die Auslosung der Paarungen zum Achtelfinale hautnah mitzuerleben. Nachdem die Vereinsvorsitzende Kirsten Siebarth alle Mannschaften auf das Herzlichste begrüßte und einen guten Spielverlauf wünschte, nahm Bürgermeister Joachim Günsel die Auslosung vor.
Im Ehrenpokal anläßlich der 700 Jahrfeier Stadtilms lagen 4 verschlossene Lose. Als erste Paarung wurde nun BW Stadtilm gegen SC Göttingen gezogen. Dies bedeutete, dass die Stadtilmer an den Brettern 1 und 4 die schwarzen und 2 und 3 die weißen Figuren hatten. Als Heimmannschaft der zweiten Paarung verlas Kirsten Siebarth die mit 4 Großmeistern angereiste Bundesligamannschaft aus Köln. Nachdem Schiedsrichter Daniel Wanzek organisatorische Hinweise zum Spielverlauf gab, wurden 14.00 Uhr die Uhren in Gang gesetzt.
Allen vier Blau-Weißen, die gegen einen Internationalen und 3 FIDE Meister antraten, stand ein sehr schwieriges Spiel bevor, denn die Durchschnittswertzahl von Göttingen lag über 200 ELO Punkten über denen von Stadtilm. Als erster musste sich Marco Siebarth am Brett 1 gegen den 400 ELO stärkeren Alexander Markgraf geschlagen geben. Marco hatte schon in der Eröffnung eine falsche Abspielvariante gewählt, so dass seine, auf Verteidigung aufgebaute Stellung, mehrere Lücken aufwies, die er nach 3 Stunden und 15 Minuten nicht mehr kitten konnte.
Raiko Siebarth musste am Brett 2 gegen den stärksten Göttinger spielen. Mit Weiß kam Raiko sehr gut aus der Eröffnung heraus, stellte jedoch in der Zeitnotphase durch einen fatalen Rechenfehler die Partie gegen den holländischen Internationalen Meister Maarten Solleveld im 40. Zug ein. Christian Schneider am 3. Brett schlug sich gegen FIDE Meister Henning Silber ausgezeichnet. In leicht besserer Stellung verlor er im 40. Zug einen Bauern und konnte sich jedoch mit seinem Gegenüber nach 4 Stunden und 45 Minuten auf eine Punkteteilung einigen.
Heinz Rätsch musste sich dem verstärkten Druck auf den Königsflügel nach fast 4 Stunden gegen Amir Rezasade geschlagen geben. Ein gigantisches Turnier für die Stadtilmer ging nun nach dieser 3,5:0,5 Niederlage zu Ende. Ausgeschieden im Achtelfinale gegen eine Mannschaft der 2. Bundesliga ist keine Schande, gestiegen ist der Respekt an das Blau-Weiße Schachquartett im gesamten Verein. Natürlich waren den gesamten Nachmittag über viele blau-weiße Kiebitze und diverse Gäste vor Ort, die mit ihnen gebangt, gehofft und innerlich gekämpft hatten.
In der zweiten Paarung trat der Vorjahrespokalsieger aus Köln-Porz mit seinem stärksten Aufgebot an. Gleich 4 Großmeister nahmen gegen die Heidelberger an den vier Brettern Platz. Am Brett 1 spielte der international bekannte Loek van Wely, der schon mehrfach gegen Kasparov, Carlsen sowie die gesamte Weltelite gespielt hat gegen Hajo Vatter. Chancenlos mussten sich die Heidelberger Christian Maier gegen Jan Timman, Reimund Schott gegen Erik van den Doel sowie Jörg Schwalfenberg gegen Arkadij Rotstein geschlagen geben. Mit einem klaren 4:0 zieht Köln-Porz in das Viertelfinale gegen SC Tempo Göttingen ein.
Sehr dankbar wurde von den Spielern, Gästen sowie Betreuern das umfangreiche Versorgungsangebot der gastfreundlichen Blau-Weißen angenommen, die neben frischen Kaffee und Kuchen natürlich heiße Rostbratwürste angeboten haben.
| SG Blau-Weiß Stadtilm | SC Tempo Göttingen | ||
| Brett | Spieler | Spieler | Ergebnis |
| 1 | Siebarth, Marco | Markgraf, Alexander | 0:1 |
| 2 | Siebarth, Raiko | Solleveld, Maarten | 0:1 |
| 3 | Schneider, Christian | Silber, Henning | 0,5:0,5 |
| 4 | Rätsch, Heinz | Rezasade, Amir | 0:1 |
| Gesamt | 0,5:3,5 | ||
| SG Köln-Porz | SK 1879 Heidelberg-Handschuhsheim | ||
| Brett | Spieler | Spieler | Ergebnis |
| 1 | van Wely, Loek | Vatter, Hajo | 1:0 |
| 2 | Timman, Jan | Maier, Christian | 1:0 |
| 3 | van den Doel, Erik | Schott, Reimund | 1:0 |
| 4 | Rotstein, Arkadij | Schwalfenberg, Jörg | 1:0 |
| Gesamt | 4:0 | ||
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