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Treffen mit Garry Kasparov

Seit einigen Jahren nimmt das Interesse, Schach an Schulen in Form von Schach AGs sowie im Rahmen von Ergänzungsstunden anzubieten, immer mehr an Interesse. Deutschlandweit wird an immer mehr Schulen das Fach Schach in Form des wahlobligarotischen Unterrichts oder direkt als Fach Schach angeboten.

Der Erfolg, das königliche Spiel zu lehren, wurde durch den PISA Test von den Schachkindern aus Trier, die über 3 Jahre jeweils eine Stunde Schach absolvieren mussten, bestätigt. Sie erzielten im Vergleich zum Landesdurchschnitt bis zu 3fach bessere Leistungen im Fach Deutsch in den Bereichen Orthografie, Erfassen und Wiedergabe von Texten sowie dem Leseverständnis. Außerdem die 2fach besseren Leistungen im Fach Mathematik in den Bereichen Mengenlehre, Logik und Zahlen und Operationen. Des Weiteren fördert die individuelle geistige Fähigkeit.

Den Kindern wird beim Schach die Notwendigkeit der Planung des nächsten Schachzugs, oder mehrere Züge, mit aller Deutlichkeit schnell bewusst. Dies bedeutet die Dinge logisch zu Ende zu denken, möglichst korrekte Entscheidungen zu treffen und dafür auch die Verantwortung zu übernehmen. Das Gedächtnis, Auffassungs- und Vorstellungsvermögen wird dadurch trainiert und verbessert, was auch im späteren Beruf und Leben nur von Vorteil sein kann. Garri Kasparow hat zusammen mit der Europäischen Schachunion eine europaweite Initiative zur Förderung des Schulschachs gestartet.

Vor einem Jahr entwickelte Kirsten Siebarth, Schulschachreferentin der Deutschen Schachjugend, zusammen mit den Schulschachpädagogen Patrick Wiebe und dem Erfinder des beliebten Computerspieles Fritz und Fertig, Björn Lengwenus, einen Methodenkoffer. Hier werden 30 diverse Methoden außerhalb des Schachbrettes vorgestellt. Schachkarten, Schachwürfel, Mattmännchen, Schachsudoku sowie Memorykarten sind von den Schachkindern sehr beliebte Methoden, die immer wieder gern gespielt werden.

Der Methodenkoffer, der nun schon in zweiter Auflage angeboten wird, fand in Garri Kasparow, dem 13. Weltmeister der Schachgeschichte, einen neuen prominenten Fan. Am vergangen Wochenende, kurz vor Beginn des 4. Deutschen Schulschachkongresses in Karlsruhe traf sich eine Abordnung von Deutschem Schachbund und Deutscher Schachjugend (Ehrenpräsident Prof. Dr. Robert K. Frhr. von Weizsäcker, Kirsten Siebarth, Walter Rädler) in München mit dem russischen Exweltmeister.

Wie sich in München herausstellte, liegen er und unsere Schachpädagogen mit ihrer Vorstellung von Schulschach sehr nahe beieinander, denn beide sehen im Schulschach eine eigenständige Bedeutung und kein verkapptes Vereinsschach, wie dies in vielen osteuropäischen Ländern der Fall ist. Als Kirsten Siebarth ihm dann den Methodenkoffer zeigte, war er sehr beeindruckt und ließ sich im Detail die einzelnen Lehrmethoden vorstellen. Er bat zugleich um Zusendung des Methodenkoffers, um ihn in seine Kampagne für das Schulschach einzubinden, so wie schon die Trierer Schulschachuntersuchung Eingang in seine Präsentation gefunden hat.

Bericht von Jörg Schulz, Geschäftsführer der Deutschen Schachjugend

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